Hilfe für Opfer des Hochwassers in Deutschland

Aktion kleiner Prinz

Viele Menschen haben bei der Flutkatastrohe im Juli 2021 ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Mehr als 160 Menschen starben.

Die Ereignisse in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben nicht nur Deutschland erschüttert und zu einer großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung geführt. Es wurden große Summen gespendet, die jetzt von den Hilfsorganisationen an die Betroffenen weitergegeben bzw. für die Wiederherstellung der Infrastruktur in nächster Zeit eingesetzt werden.

Die ersten Haushaltsbeihilfen zur Wiederbeschaffung von Hausrat wurden inzwischen von der Aktion Kleiner Prinz an Familien an Ahr und Erft ausgezahlt. Um eine Unterstützungsleistung erhalten zu können, müssen die von der Flut betroffenen Familien bestimmte Kriterien erfüllen. Diese wurden vom Vorstand der Aktion Kleiner Prinz festgelegt und orientieren sich an den satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins, siehe AKPKonzeptFinanzhilfe03.Die Höhe der Leistungen ist begrenzt. Sie berücksichtigt sowohl die Schadenhöhe am Hausrat als auch die individuelle familiäre Situation.

Die Aktion Kleiner Prinz möchte Familien mit minderjährigen Kindern, deren Hausrat nicht elementarversichert war, bei der Wiederbeschaffung des Hausrats unterstützen. Als Verein, der sich für Kinder in Not einsetzt ist, es uns ein Anliegen, dass von der Flut betroffene Familien mit Kindern möglichst schnell in ihre vertraute Umgebung zurückkehren können.

Viele Kinder aus den Familien leiden seelisch an den Folgen der Flut. Wir möchten den betroffenen Familien einen Zuschuss für geeignete Maßnahmen geben, die die Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse fördern.

Familien, die diese Voraussetzungen erfüllen, können per Email bei der Aktion Kleiner Prinz zunächst einen formlosen Antrag auf Unterstützung stellen. Sie erhalten von uns danach ein Antragsformular, das sich an den Vorgaben des Phoenix-Managementsystems für Spendenorganisationen orientiert. (www.spendenmanagement-nrw.de) Es dient dem Nachweis der gerechten Verteilung und zweckbezogenen Verwendung der Spenden. Neben den persönlichen Daten und Wohnort werden beantragte oder ausgezahlte staatliche Leistungen sowie Leistungen anderer Spendenorganisationen erfragt.

Nach Eingang des Antrags besucht ein zweiköpfiges Gremium unserer Kinderhilfsorganisation in der Regel die Familien, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und um ggf. weitere Hilfen in Form von Sachspenden zu besprechen. Auf Basis eines Besuchsberichts legt ein vierköpfiges Gremium des Vereins die endgültige Höhe der Zuwendung fest. Dazu wird ein von der Aktion Kleiner Prinz entwickelter Schlüssel angewendet, bei dem die Gesamthöhe des Hausratschadens, Leistungen des Landes und anderer Spendenorganisationen sowie die Anzahl Kinder im Haushalt berücksichtigt werden..

Eine flutbedingte problematische gesundheitliche Situation der Kinder kann ebenfalls als Härtefall berücksichtigt werden.

Die Gesamtunterstützungsleistung der Aktion Kleiner Prinz ist bis auf Ausnahmefälle auf 5000 Euro je Familie begrenzt. Eine Bargeldauszahlung ist nicht vorgesehen.

 

Die Finanzhilfe für betroffene Familien ist bereits die zweite Hilfsmaßnahme der Aktion Kleiner Prinz. Die erste betraf die Notbetreuung von Kindergartenkindern. Über die Stadtverwaltung von Bad Neuenahr–Ahrweiler kam unsere Vorsitzende kurz nach der Katastrophe in Kontakt mit einer Gruppe engagierter Erzieherinnen. Diese standen vor der Situation, dass von sieben Kitas sechs vollkommen zerstört waren, trotzdem aber die Notbetreuung für Hunderte von Kindern organisiert werden musste.

Als  Übergangslösung wurden wenige Tage nach dem ersten Kontakt drei Bauwagen von Warendorf nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gebracht und auf einem Sportplatz aufgestellt. Ihnen beigepackt waren Notstromaggregate, Hochdruckreiniger, drei stabile Pavillons, zwei mobile Waschanlagen für die Kinder, Hygieneartikel und ein Kühlschrank. Die Kinder konnten wieder betreut und die Eltern entlastet werden.

Da die Kinder inzwischen in anderen Kitas untergebracht werden konnten, werden Bauwagen und Pavillons bereits seit Anfang August 2021 von Jugendlichen genutzt, deren Zentrum „Offene Kinder und Jugendarbeit“ direkt an der Ahr ebenfalls vom Hochwasser zerstört wurde.  Auch diesen Jugendlichen, die die Bauwagen liebevoll mit verschiedenen Motiven bemalt haben, einen sogar mit der Figur des Kleinen Prinzen, möchte die Aktion Kleiner Prinz weiterhin helfen.

Der Winter steht vor der Tür. Als nächste Hilfsmaßnahme sollen mit Hilfe der Aktion Kleiner Prinz drei große Wohncontainer aufgestellt werden, in denen auch im Winter Jugendarbeit stattfinden kann. Details werden zur Zeit mit den Verantwortlichen vor Ort geklärt. Die Aktion Kleiner Prinz hat zugesagt, noch lange im Boot zu bleiben. Es ist geplant, in den nächsten Jahren in Absprache mit dem Träger  den Wiederaufbau der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu fördern.

Längerfristig wird sich die Aktion Kleiner Prinz auch für traumatisierte Kinder einsetzen. Der Therapieraum der Lebensberatung Ahrweiler, der von der Flut zerstört wurde, soll mit finanzieller Unterstützung der Aktion Kleiner Prinz saniert werden. Eine Vereinbarung wurde bereits geschlossen. Zudem werden wir die Stelle einer Fachkraft finanzieren, die sich um Kinder kümmern soll, die durch die Flut traumatisiert wurden.

Die von der Aktion Kleiner Prinz geplanten Hilfen für Familien, die von der Flut betroffenen sind, die Finanzierung der Fachkraft für Traumabegleitung sowie Umfang der Wiederaufbauhilfe für die Offene Kinder und Jugendarbeit in Bad Neuenahr-Ahrweiler, können mit dem bisher erreichten Spendenaufkommen finanziert werden.

Darüber hinaus gehende Spenden werden wir an andere Hilfsorganisation weiterleiten, die sich für Flut-betroffene Familien mit Kindern an Ahr und Erft einsetzen