Durch Bildung die Armut in Bosnien verhindern
In Bosnien und Herzegowina haben Kinder aus kinderreichen Familien häufig unzureichenden Zugang zu Bildung. Wenn sie in der Schule versagen, haben sie als junge Erwachsene wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie sind einem großen Armutsrisiko ausgesetzt.
Schwierigkeiten in der Schule sind oft die Ursache für „falsche Freunde“ die den Weg für eine Drogenkarriere ebnen. Als Folge davon sind Konflikte mit dem Gesetz vorprogrammiert.
Der Schulbesuch ist in Bosnien und Herzegowina kostenlos. Viele Eltern jedoch sehen sich nicht in der Lage das Geld für Schulmaterial aufzubringen bzw. eine Busfahrkarte zu kaufen, damit die Kinder zur Schule fahren können. Besonders in ländlichen Gebieten ist dies ein Problem.
Armutsbedingt können sich die Eltern auch außerschulischen Unterricht nicht leisten, in dem die Kinder beispielsweise Englisch und Deutsch lernen können. Diese Angebote sowie Nachhilfeunterricht müssen extra bezahlt werden.
Bei den ungünstigen Rahmenbedingungen ist es nachvollziehbar, dass Kinder aus kinderreichen Familien oft wenig Erfolg in der Schule haben.
Man schätzt, dass über 40% der Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina einen durch Armut verursachten niedrigen Bildungsstand haben. Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage, für eine Verbesserung der Bildungssituation von Kindern insbesondere aus kinderreichen Familien zu sorgen.
Die Aktion Kleiner Prinz unterstützt deshalb bereits seit dem Jahr 2014 ein Bildungsprojekt für Kinder aus sozial schwachen, kinderreichen Familien. Dieses Projekt schließt insbesondere Roma-Kinder ein.
Projektpartner ist die bosnische Hilfsorganisation Bread of Life aus Priijedor.
Zielgruppe des Projektes
Gefördert werden 30 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, deren Eltern kein oder nur ein geringes Einkommen haben. Einige Mütter bzw. Väter kämpfen mit Alkoholproblemen und vernachlässigen ihre Kinder. Viele Kinder sind sich selbst überlassen und wachsen auf der Straße auf.
Insbesondere Roma-Familien auf dem Lande fehlt das Geld für den Schulbesuch ihrer Kinder im nächsten Ort. Darüber hinaus mangelt es oft an Einsicht, dass Schulbesuch sinnvoll und notwendig ist.
Folgende Kriterien werden für die Auswahl der Kinder angewendet:
- Kinder gehen nicht oder nur unregelmäßig zur Schule oder haben schlechte Noten
- Sie sind zwischen 2000 und 2005 geboren
- Die häuslichen Verhältnisse sind schwierig
- Kinder kommen aus kinderreichen Familien mit mindestens 3 Kindern
- Sie sind bereit, die Regeln des Förderprogramms einzuhalten
- Mindestens einer der Elternteile ist arbeitslos
Die Eltern verpflichten sich dazu, sich an dem Projekt zu beteiligen. Sie müssen an zwei Workshops teilnehmen, die Bread of Life zusammen mit dem Sozialamt organisiert. Sie lernen, dass Bildung für ihre Kinder wichtig und notwendig ist und dass sie sich um die Entwicklung ihrer Kinder kümmern müssen. Sie werden einmal im Monat von den Mitarbeitern von Bread of Life besucht.
