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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Krankenhaus Afghanistan

Mit tiefer Betroffenheit musste die Aktion Kleiner Prinz zur Kenntnis nehmen, dass Brigitte Weiler, die unser Krankenhaus Projekt in Afghanistan betreute, im Januar 2018 bei einem Taliban-Überfall in einem Hotel in Kabul ums Leben gekommen ist. Und die Lage in Afghanistan verschlimmert sich weiterhin. Die Taliban sind auf dem Vormarsch. Anschläge, Entführungen, Armut und Chaos beherrschen das Land. Kaum vorstellbar dass eine einzelne Frau sich auf eigene Faust in dieses Land wagt, um leidenden Menschen und vor allem den Schwächsten unter ihnen, den Kindern, zu helfen.
Frau Weiler in AfghanistanBrigitte Weiler aus Herrenberg bei Stuttgart war eine solche Frau, die den Menschen dort beistand, wo sich keine Hilfsorganisation um sie kümmerte. Die gelernte Krankenschwester, Rettungsassistentin und Schiffsoffizierin kannte das geschundene Land seit mehr als 20 Jahren, war also schon während des sowjetischen Besatzungskrieges dort, hatte viele afghanische Freunde und sprach die Landessprache. 2004 gründete sie den gemeinnützigen Verein Cabilla (Zuflucht). Unermüdlich sammelte sie private Spenden, von denen sie Kindern in einem Waisenhaus und in Flüchtlingslagern in den abgelegenen Gegenden Nordafghanistans Kleidung, Schulsachen und Medikamente kaufte. Regelmäßig versorgte sie die ambulante Shaba-Klinik in einem unwegsamen Gebirgstal nördlich von Kabul mit lebensnotwendigen Medikamenten (unter anderem Antibiotika, Wurmmittel, Desinfektionsmittel, Verbandszeug), da die Versorgung durch die Regierung nicht einmal den Minimalbedarf abdeckte. Sobald es sich herumgesprochen hatte, dass neue Medikamente angekommen waren, erhöhte sich die Zahl der Hilfesuchenden von 30 bis 50 auf 100 am Tag.

In oft tagelangen Fußmärschen quälen sich die Patienten in die Klinik, weil sie sonst nirgendwo medizinische Behandlung erhalten können. „Ich habe erlebt“, berichtete Brigitte Weiler, „dass eine Mutter ihre beiden schwer an Durchfall erkrankten Kinder auf den Armen über den beschwerlichen Weg in die Klinik geschleppt hat, weil es keine andere Möglichkeit für sie gab.“

CabillaNähmaschinen & Stoffe für afghanische WitwenAfghanistan 2015

Obwohl Frau Weiler die Spenden, die sie erhielt, aus eigener Tasche aufstockte, reichte das Geld bei weitem nicht aus. Deshalb wandte sie sich im Jahr 2008 mit der Bitte um Unterstützung an die Aktion Kleiner Prinz in Warendorf. Der Vorstand sagte ihr eine jährliche Summe zu, die sie für die afghanischen Flüchtlingskinder und das Krankenhaus verwendete. Auf die Frage, ob sie keine Angst habe, sagte sie: „Doch, Angst ist sogar notwendig. Ich bin jedoch nicht leichtsinnig und passe mich den örtlichen Gegebenheiten an. Andererseits zeigen terroristische Anschläge auch in Europa, dass einem überall etwas passieren kann. Ich habe in Afghanistan ein Netz von guten Bekannten und werde auf meinen Reisen von einem Fahrer und einem Leibwächter begleitet, denen ich vertrauen kann. Die Menschen dort brauchen mich.“

Brigitte Weiler war Mitglied der Aktion Kleiner Prinz. Regelmäßig berichtete sie über ihre Arbeit für die von unvorstellbarer Not betroffenen Kinder, aus einem Land, in dem der Krieg kein Ende nimmt. Ohne Frau Weiler werden wir unsere Unterstützung für die Menschen in Afghanistan nicht fortsetzen können.

Letzte Änderung am Samstag, 09 Juni 2018 09:14
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