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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Erdbebenhilfe Haiti

Als Haiti am am 12. Januar 2010 durch ein Erdbeben der Stärke 7.0 verwüstet. wurde, blickte die Weltöffentlichkeit voll Erschütterung auf die Bilder des Grauens. Vor allem die Kinder, die völlig schutzlos und verzweifelt zwischen Trümmern und Leichen umherirrten, brannten sich ins Gedächtnis ein. Außer flächendeckender Zerstörung hinterließ die Naturkatastrophe ca. 220.000 bis 300.000 Tote und über eine Million Obdachlose. Auch bei den Verantwortlichen der Aktion Kleiner Prinz war der erste Gedanke: Helfen, möglichst rasch, direkt und effektiv helfen!

Da bot sich über einen Presseartikel der Kontakt zu dem Arzt Thomas Diehl aus Enniger, der  bereits 2006 den Verein Haiti-Not-Hilfe e.V. gegründet hat und mit ihm u.a. ein Waisenhaus in Jacmel unterstützt, einer Stadt von geschätzten 40.000 Einwohnern, etwa 80 km südlich der Hauptstadt Port-au-Prince an der Südküste des Landes gelegen. Diehl, der selbst zwei Kinder aus Haiti adoptiert hat, unterhält seit Jahren persönliche Kontakte zu den Menschen dort.
 
Notunterkunft im Zelt14 02 fmcs waisenhaus jacmelPlanung des neuen Hauses
In dem Ehepaar Martine und Marat Metellus, den Leitern des Heims FMCS („Foundation Makes Children Smile“) und Eltern von vier eigenen Kindern, hat er Freunde und zuverlässige Mitarbeiter gefunden. Mit großem Engagement kümmerten sie sich in einem gemieteten Haus um die ihnen anvertrauten Kinder, deren Schicksal schon vor der Katastrophe von unvorstellbarer Härte geprägt war. Als das Erdbeben ihr Heim zerstört hatte, dauerte es Tage, bis eine telefonische Verbindung zu Marat hergestellt war und endlich zu aller Erleichterung die Nachricht eintraf, dass die Kinder lebten. Da auch das einzige, für den Transport lebensnotwendiger Güter unerlässliche Auto zerstört war, sorgte die Aktion Kleiner Prinz für ein Ersatzfahrzeug, das allerdings im Lande nicht zu bekommen war und auf langen Wegen importiert werden musste. Auch Zelte, die Kindern und Betreuern als provisorische Interimsunterkunft dienten, konnten beschafft werden.
 
Der Plan, das Waisenhaus möglichst rasch wieder aufzubauen, stieß auf ungeahnte Hindernisse. Die Situation in Haiti war und ist immer noch chaotisch, die rechtliche und verwaltungstechnische Lage kompliziert.  Da die Zelte den Kindern im Falle eines Hurrikans keine ausreichende Sicherheit geboten hätten, ließ die Aktion Kleiner Prinz in Deutschland zwei demontierbare Wohneinheiten aus modernem glasfaserverstärktem Material bauen, die in Containern verschickt  und auf einem eigens dafür gemieteten Grundstück aufgestellt wurden. Sowohl Wohneinheiten als auch Container werden in den Bau des neuen Heims integriert. Inzwischen konnte trotz juristischer Hindernisse ein passendes Baugrundstück erworben und, noch vor dem Waisenhaus selbst, eine Schule darauf errichtet werden. Mit dieser Schule wird Kindern eine Perspektive eröffnet, die bisher auf der Straße lebten, nie eine Schule besucht haben und inzwischen für den Besuch einer öffentlichen Grundschule zu alt sind. Diese Kinder hätten sonst keine Chance auf Bildung.
 
Marat und Martine, deren Heim anfangs neun Kinder beherbergte, erhöhten die Zahl angesichts der Notlage nach und nach auf 35 Kinder. Die jetzt im Bau befindlichen Häuser sollen  bis zu 60 Kindern Obdach und Heimat geben.
14 02 haiti mariathomasdieter mit kindernpict1295MuehlespielProjektreise nach Haiti
 Die Situation in Haiti, einem der größten Armenhäuser dieser Erde, war schon vor dem Erdbeben vor allem auch für die Schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, katastrophal. Da das Durchschnittsalter der Menschen nur knapp 50 Jahre beträgt, ist der Anteil an Kindern im Vergleich zur erwachsenen Bevölkerung außergewöhnlich hoch. Ein soziales Netz existiert nicht. Viele Eltern sehen sich aufgrund von Armut oder Krankheit gezwungen, ihre Kinder in wohlhabendere Familien zu geben, wo sie als sog. Restavecs (Kindersklaven) noch unter dem Haushund rangieren und unter unmenschlichen Bedingungen als billige Dienstboten gehalten werden. Außer diesen etwa 300.000 Kindersklaven leben in den Großstädten ca. 100.000 Kinder völlig ungeschützt auf der Straße, wo sie sich mit Betteln und allerlei Hilfsdiensten durchschlagen und dabei häufig zu Opfern von Kinderhändlern und anderen Verbrechern werden.
Dieses Kinderelend hat sich nach dem Erdbeben noch verschlimmert. Mit dem erweiterten Wiederaufbau des Waisenhauses in Jacmel will die Aktion Kleiner Prinz, gemeinsam mit ihrem Partner vor Ort, der Haiti-Not-Hilfe, möglichst vielen dieser schutzlosen Kinder langfristig ein liebevolles Zuhause, eine Schulausbildung und eine sichere, lebenswerte Zukunft ermöglichen.
 
Wenn Sie mehr über unser Engagement in Haiti wissen möchten, klicken Sie bitte auf "aktuelle News zum Projekt" oben auf dieser Seite. Dort finden Sie den genauen zeitlichen Ablauf.
Letzte Änderung am Samstag, 22 Oktober 2016 20:54
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