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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Projektreise nach Rumänien - die Hilfe der Aktion Kleiner Prinz kommt an

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„Es ist gut für die Zusammenarbeit, wenn man sich gelegentlich trifft und persönlich mit den Partnern vor Ort sprechen kann“, begründet Michael Quinckhardt, Vorsitzender der Aktion Kleiner Prinz, die diesjährige Reise einer dreiköpfigen Delegation nach Rumänien. Besucht wurde als erstes die Caritas Satu Mare, langrähriger Projektpartner der Aktion Kleiner Prinz. Die Aktion Kleiner Prinz unterstützt die Caritas mit Hilfstransporten und finanziert das Reha-Zentrum St. Josef.

Ein weiteres Ziel der Reise war die Stadt Medias, die seit Jahren ca. die Hälfte der Weihnachtspäckchen bekommt. „Das ist jedes Jahr eine große Freude für uns“, bestätigte Christine Thellmann, die stellvertretende Bürgermeisterin von Medias beim Empfang der Reisegruppe im Rathaus der Stadt. „Wir haben hier so viele arme Kinder, denen das Herz aufgeht, wenn sie ein Päckchen geschenkt bekommen. Sie wissen, dass Kinder in Deutschland für sie etwas Schönes eingepackt haben. Kinder helfen Kindern, das ist die schönste Hilfe überhaupt.“

Letzte Station der Reise war Sibiu, die Stadt, in der Jenny Rasche das Zentrum ihrer Aktivitäten hat. Sie ist bekannt aus zwei Reportagen des WDR (die letzte gesendet am 13. Januar 2019 und anzuschauen über die ARD-Mediathek). Die junge Frau unterstützt zur Zeit etwa 200 Kinder, zumeist Roma. Ihre Devise lautet: „Du kannst nicht Menschen leben lassen wie Hunde und erwarten, dass sie sich wie Menschen verhalten.“ Entsprechend geht es bei ihrer Arbeit nicht nur um misshandelte und traumatisierte Kinder, sondern auch um die Verhältnisse, in denen sie leben. „Ich kümmere mich um jede Romasiedlung, auf die ich stoße und die Hilfe braucht, und grenze keinen aus, auch wenn zum Beispiel Alkoholprobleme vorliegen. Nur durch permanente Hilfe kann ich etwas an den Lebensbedingungen ändern.“ Ihre Einsicht: „Man muss den Roma zugestehen, Roma zu bleiben. Es bringt nichts, sie in Plattenbauten in die Nähe rumänischer Normalbürger zu verfrachten. Das muss schiefgehen, denn die kulturellen Unterschiede sind einfach zu groß.“ Statt dessen beschäftigt sie einen Maurer in Vollzeit, der mit ihr die Romasiedlungen aufsucht und den Familien, die in Lehmhütten oder unter Zeltplanen leben, ein Angebot macht: Hilfe beim Hausbau, unter der Voraussetzung, dass die Familie vier Männer stellt, die den Bau eines einfachen Wohnhauses unter der Anleitung des Profis selbständig bewerkstelligen. „Das ist sehr wichtig, dass sie selbst angefasst haben. Dann wird auch nichts wieder zerstört, es ist ja ihrer eigenen Hände Werk“, so Jenny Rasche. „Und die Männer fühlen sich dadurch ernstgenommen und erfahren Achtung.“ Das Baumaterial stellt Jenny Rasches Organisation.
Ein solches Haus wird oft auf Gelände gebaut, das nicht wirklich den Roma gehört. Es wird von den Kommunen durch den Bau von Wasser- und Stromleitungen in der Regel aber später legalisiert, denn der Vorteil liegt auf der Hand: Die Roma bleiben unter sich, können aber anständig leben.
Jenny Rasche berät zudem die Romafrauen über Empfängnisverhütung. „Wenn einige Frauen erst einmal begriffen haben, dass sie nicht unbedingt jedes Jahr ein Kind bekommen müssen, dass sie ihre schon vorhandenen Kinder dann auch besser versorgen können, spricht sich das unter ihnen herum und andere schließen sich an. Die Kindersterblichkeit ist hoch, viele sind unterernährt. Weniger Kinder bedeutet weniger Hunger für die, die schon da sind.“ - Die Aktion Kleiner Prinz wird die Arbeit von Jenny Rasche nach Kräften unterstützen.

 

 

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