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Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen, sagte der Fuchs,
Aber du darfst sie nicht vergessen.
Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast...

Antoine de Saint-Exupéry, 'Der kleine Prinz'

Elvira Pöhland berichtet über ihre Arbeit im Westen Ugandas

Einen ausführlichen Bericht erhielt Projektleiter Dieter Grothues jetzt von Elvira Pöhland aus Uganda. Sie berichtet, die SOMA CHILD SUPPORT UGANDA (SCSU) habe ihr Projektgebiet jetzt endgültig, wie bereits angekündigt, nach Nyabuteba verlegt. Der kleine Ort liegt im Kitagwenda County, Kamwenge District im Westen Ugandas. Das Büro und die von SCSU unterstützte Schule liegen im Dorf Kyakasasira, in der Nähe des Lake George. Frau Pöhland sieht in diesem Gebiet gute Möglichkeiten, den Menschen wirksam zu helfen.
Folgende Projekte wurden bereits mit finanzieller Hilfe der Aktion Kleiner Prinz durchgeführt: die Unterstützung einer Frauengruppe durch Milchkühe, der Bau von Latrinen an der Schule, der Bau der Schulmauer, der fast beendet ist, und der Bau eines Brunnens nahe der Schule.
Für 2016 geplant sind der Bau einer Dorfklinik, die Fertigstellung des im Bau befindlichen Mädchenwohnheims, der Bau von Latrinen, die Reparatur der Straße von Ntara nach Nyabuteba als Arbeitsbeschaffung für Männer, der Bau von Lehrerwohnungen und Unterstützung für Menschen in Grasdachwohnungen.

Das im Bau befindliche Mädchenwohnheim201602 girls dormitory4 18.02.16 600 x 450Das Schultor

Die ausführliche Begründung für diese Projekte liefert Frau Pöhland in ihrem Bericht. „Leider hat die Nähe des Lake George und seiner Sümpfe aber auch Nachteile“, schreibt sie. „Malaria ist hier noch eine der häufigsten Todesursachen, da man entweder gar nicht oder zu spät in ein Gesundheitszentrum geht. Die Wege dorthin sind sehr sehr weit. Die vielen kleinen, privaten Gesundheitsposten sind nur Abzocke; es gibt nicht einmal gelernte Krankenschwestern. Die Arznei ist so teuer, dass es sich die Menschen nicht leisten können, sie zu kaufen. Das nächste staatliche Krankenhaus ist bis zu 20 Kilometer entfernt. Aber es gibt hier auch viele wasserbedingte Krankheiten. Wir haben zwar etliche Brunnen, aber das Wasser ist nicht klar sondern eher gräulich trüb. Auch ich fange lieber das Regenwasser auf, um wenigstens eine gute Tasse Kaffee trinken zu können.
HIV/AIDS ist hier sehr stark verbreitet und noch immer ein Tabu-Thema für viele Menschen. Wir wollen uns im nächsten Jahr auf diese Personengruppe konzentrieren. Andere Krankheiten sind Syphilis, Diabetes, Krebs, Atemwegserkrankungen, Augenleiden.,Schilddrüsenprobleme, Durchfall. Typhus, Tuberkulose usw.
Bei unseren Fahrten durch die Gemeinden (sofern es einen befahrbaren Weg gibt) finden wir immer wieder sehr viele arme Familien, die noch in grasgedeckten Hütten leben. Die meisten Hütten und Häuser sind sowieso nur aus Lehm und Reisig oder Bambus. Fallen sie nicht dem Regen zum Opfer, dann den Termiten. Da man sich keine Matratzen leisten kann und schon gar keine Betten, schläft man auf dem Boden, nur auf Lumpen oder evtl. auf Bananenblättern. Dies führt eindeutig zu Atemwegserkrankungen, hauptsächlich bei Kindern und älteren Menschen. Jeder, der in einer Grasdach-Hütte lebt, zählt beim Staat zu den Armsten der Armen, also zu denen, die unter der Armutsgrenze leben. Es gibt hier noch sehr viele davon. Man kann der Bevölkerung nicht nachsagen, dass sie faul sind. Die meisten besitzen nur ein kleines Stückchen Land, wo ihre Hütte darauf steht und evtl. einen kleinen Gemüsegarten, der die Familie nie und nimmer ernähren kann. Wo sollen Männer Arbeit bekommen? Viele versuchen ihr Glück in der Fischerei, aber Fischer gibt es schon genug. Es gibt keine Industrie in der Nähe, um einen Job zu bekommen, und da die meisten nie eine Schule besuchen konnten, ist somit auch die Suche nach Arbeit zum Scheitern verurteilt. Ein Teufelskreis, den wir in den nächsten Jahren unterbrechen wollen. Wir müssen gemeinsam Lösungen finden. Dazu soll auch ein Programm in Bildung für Erwachsene gehören. Solche Familien sollen in Zukunft zu einer unserer Hauptaufgaben werden. Kinder aus solchen Familien sollen in die Schule gehen können, die Familien sollen Zugang zu medizinischer Versorgung haben und das Recht auf ein menschenwürdiges Leben. Familienplanung soll ihnen helfen, die Zahl der Kinder zu reduzieren. Bildung ist ein ebenso großes Problem. Obwohl es mehrere Schulen in einzelnen Gemeinden gibt, gehen noch immer nicht alle Kinder zur Schule...“
Frau Pöhland hat also noch viel vor. Die Aktion Kleiner Prinz wird sie weiterhin nach Kräften unterstützen.

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